Bindungsförderung bei traumatisierten Eltern

Eine Fortbildung für Fachkräfte aus dem psychosozialen und pädagogischen Berufsfeld

Über den Kurs

Eltern, die in ihrem Leben Traumatisierungen erfahren haben, geraten im Alltag mit ihren Kindern oft aufgrund von Folgestörungen an ihre Grenzen. Vielen fällt es schwer, ihr Verhalten angemessen auf kindliche Entwicklungsbedürfnisse auszurichten. Um den Familien neue Entwicklungsräume zu eröffnen und die Eltern beim gesunden und tragfähigen Bindungsaufbau zu ihren Kindern zu unterstützen, ist es entscheidend, den transgenerationalen Prozess der Traumaweitergabe zu unterbrechen.

 

Zielsetzung

Ausgehend davon, das Wesen einer Traumatisierung zu verstehen, die Folgestörungen als individuelle Strategien der Bewältigung zu erkennen und die Wechselwirkung auf die familiären Bindungen zu sehen, soll dieses zweitägige Seminar neben der Vermittlung von Grundlagen zu Trauma und Bindung Handlungsoptionen für die Zusammenarbeit mit Familien eröffnen. Der Fokus liegt dabei auf der Arbeit mit den Eltern. Wir erörtern, mit welchen Folgestörungen bei Eltern zu rechnen ist, wie sich diese auf die Eltern-Kind-Interaktionen auswirken können und wie die praktische Arbeit mit diesen Eltern gestaltet werden kann.

 

Methodik

Die theoretischen Grundlagen werden durch verschiedene Methoden erlebbar gemacht, u.a. mit Kleingruppenarbeiten und Praxisbeispielen. Das Konzept der Traumatisierung und das Konzept der Bindung werden miteinander in Bezug gebracht und der Fokus schließlich auf die Bedeutung für familiäres Zusammenleben gelegt. Als konkrete Fördermöglichkeit von sicherer Bindung zwischen Eltern und Kindern wird ein praxiserprobtes Konzept vorgestellt, das traumapädagogische Metheoden, die Marte Meo Methode und das Konzept der Mentalisierungsförderung integriert.

 

Inhalte

- Trauma: Was ist ein Trauma, was charakterisiert eine traumatische Situation, unterschiedliche Traumatypen, die besondere Bedeutung von Bindungstraumata, die Bedeutung von dissoziativen Prozessen, neurobiologische Prozesse

- Bindung: Bindung als angeborenes Konzept, Bindungsrepräsentationen nach M.Ainsworh/M.Main, Formen elterlichen Fürsorgeverhaltens, Verhältnis Bindung und Trauma, Weitergabe von Bindungsmustern, Auswirkungen von desorganisierten Bindungsverhalten, Bindung an Misshandler

- Transgenerationale Prozesse der Traumaweitergabe: Folgen elterlicher Bindungstraumata, Bedeutung der elterlichen Traumafolgestörungen der die Eltern-Kind-Interaktion, Traumafolgestörungen und Kindeswohlgefährdung

-  Praxis der Bindungsförderung: Psychoedukation und Möglichkeiten der Selbstkontrolle, Mentalisieren, Bindungsförderung im Traumakontext am Beispiel Marte Meo

 

Referentin: Manuela Schmellekamp

- Dipl. Sozialpädagogin

- Syst. Familientherapeutin (DGSF)

- Syst. Traumatherapeutin

- Syst. Supervisorin

- Marte Meo Therapeutin

- lehrende der Systemischen Beratung (DGSF)

- langjährige Tätigkeit in einer Erziehungsberatungsstelle

- langjährige Tätigkeit mit traumatisierten Eltern, Jugendlichen und Kindern

 

Referent: Dr. Dagobert Sobiech

- Dipl. Pädagoge

- Dipl. Sozialarbeiter

- Syst. Berater (DGSF)

- Syst. Traumatherapeut

- Syst. Supervisor (SG)

- langjährige Tätigkeit in einer Erziehungsberatungsstelle

- langjährige Tätigkeit in der stationären Jugendhilfe

 

Termin:              18./19.07.2025 

Seminarzeiten:  09:00 – 17:00 Uhr

Kosten:              350 €